<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Windbüchse</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Windb%C3%BCchse"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Windbüchse rootpage-Windbüchse skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Windbüchse</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Eine <b>Windbüchse</b> ist eine <a href="Druckluftwaffe" title="Druckluftwaffe">Druckluftwaffe</a>, die im 17. Jahrhundert zu Jagd-, Übungs- und Kriegszwecken entwickelt wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Windbüchse ist ein Vorläufer des heutigen <a href="Luftgewehr" title="Luftgewehr">Luftgewehres</a>. Sie verschoss mit <a href="Pressluft" class="mw-redirect" title="Pressluft">Pressluft</a> großkalibrige <a href="Projektil" title="Projektil">Kugeln</a>. Ab 1607, im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges, wurden die Windbüchsen unter anderem von dem <a href="N%C3%BCrnberg" title="Nürnberg">Nürnberger</a> Feuerschlossmacher Paulus Dümbler für den Einsatz in Kriegen entwickelt. Die Stadt, vom kurfürstlich-pfalzgräfischen Amtmann zu Mosbach Georg Ludwig von Hutten dahingehend unterrichtet, verbot ihm jedoch die weitere Herstellung mit der Begründung, dass man mit solch einer Büchse die „ohne Knall abgehen und damit man doch ein Brett daumendick durchschießen könne“, „mit solch mörderisch Waffen einen Menschen hinrichten könne, unvermerkt, wo es herkomme“. Der Technikhistoriker <a href="Franz_Maria_Feldhaus" title="Franz Maria Feldhaus">Franz Maria Feldhaus</a> dazu: „Also waren die Nürnberger damals schon so nervös, wie Napoleon zweihundert Jahre später.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Wegen der damals verfügbaren, heute als mangelhaft angesehenen Materialien (wie <a href="Messing" title="Messing">Messing</a> oder <a href="Leder" title="Leder">Leder</a>) bei den <a href="Dichtung" title="Dichtung">Dichtungen</a> sowie der vergleichsweise kleinen Reichweite und beschränkten Nachlademöglichkeit wurden die sehr frühen Windbüchsen nicht militärisch verwendet. Ab 1779 wurde in Österreich die <a href="Girardoni-Windb%C3%BCchse" class="mw-redirect" title="Girardoni-Windbüchse">Girardoni-Windbüchse</a> produziert und ab dem <a href="Russisch-%C3%96sterreichischer_T%C3%BCrkenkrieg_(1787%E2%80%931792)" title="Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792)">Türkenkrieg 1787</a> bis ca. 1800 bei der Truppe eingesetzt. Weiterentwicklungen wurden und werden aber oft noch von <a href="Wilderei" title="Wilderei">Wilderern</a> oder <a href="Guerilla" title="Guerilla">Guerilla-Kämpfern</a> verwendet.
</p><p>Als sich die Feuerwaffentechnik immer weiter verbesserte, waren die Windbüchsen Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Gebrauch verschwunden. Der große Nachteil der Windbüchsen gegenüber Feuerwaffen war das sehr umständliche Befüllen des Druckbehälters. Auch kam es immer wieder zum gefährlichen Reißen der Druckbehälter. Die Durchschlagskraft lag gewöhnlich unter der von Feuerwaffen.<sup id="cite_ref-Fürst_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Fürst-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion">Funktion</h2></div>
<p>Die in mehreren Quellen überlieferte „Geräuschlosigkeit“<sup id="cite_ref-Fürst_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-Fürst-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der Windbüchsen ist relativ. Auch Windbüchsen erzeugen einen lauten Mündungsknall, wenn das Geschoss aus dem Lauf austritt und die unter einem bestimmten Restdruck stehende Luft expandiert. Der <a href="Schalldruck" title="Schalldruck">Schalldruck</a> liegt jedoch deutlich unter dem, der beim Schuss mit einer Feuerwaffe auftritt. Von Vorteil gegenüber den <a href="Vorderlader" title="Vorderlader">Schwarzpulverwaffen</a> ist auch das Fehlen jeglicher Rauchentwicklung und des <a href="M%C3%BCndungsfeuer" title="Mündungsfeuer">Mündungsblitzes</a>. Die Waffe ist im weitesten Sinne vergleichbar mit einem regulären modernen <a href="Luftgewehr" title="Luftgewehr">Luftgewehr</a>.
</p><p>Der Schütze baute mit einer meist externen Luftpumpe in einem an der Waffe befindlichen, demontierbaren Kolben oder einer druckfesten Kugel Druck auf, der für einen Schuss bzw. wenige Schüsse ausreichte. Beim Betätigen des <a href="Abzug_(Waffe)" title="Abzug (Waffe)">Abzugs</a> wurde das Ventil des Druckbehälters kurz geöffnet und die expandierende Druckluft beschleunigte das Geschoss.<sup id="cite_ref-Fürst_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-Fürst-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die ersten Schüsse trafen so zuverlässig auf bis zu 150 Meter, bei den nachfolgenden reduzierte sich die Reichweite um die Hälfte oder mehr. Auch die Schüsse mit reduzierter Reichweite konnten dabei aber noch tödlich sein.
</p><p>Der Tiroler <a href="Bartolomeo_Girardoni" title="Bartolomeo Girardoni">Bartolomeo Girardoni</a> verbesserte um 1780 das Prinzip in der <a href="Girandoni-Windb%C3%BCchse" title="Girandoni-Windbüchse">Girandoni-Windbüchse</a>, indem er für die Konstruktion der Waffe gezogene <a href="Lauf_(Schusswaffe)" title="Lauf (Schusswaffe)">Läufe</a> und Röhrenmagazine mit 20 Schuss im Kaliber 11,75 Millimeter (0,463 Zoll) verwendete. Die Kugeln wurden durch einen einfachen Schiebemechanismus aus den Röhren in die Waffe geladen. Die Girardoni-Waffe musste mit ca. 1500 Pumpstößen gefüllt werden und lieferte dann Druckluft für die 20 Schuss im Magazin.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Arne Hoff: <cite style="font-style:italic">Windbüchsen und andere Druckluftwaffen</cite>. Parey, 1977, ISBN 978-3-490-08212-1.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Windb%C3%BCchse&rft.au=Arne+Hoff&rft.btitle=Windb%C3%BCchsen+und+andere+Druckluftwaffen&rft.date=1977&rft.genre=book&rft.isbn=9783490082121&rft.pub=Parey" style="display:none"> </span></li>
<li>Auguste Demmin: <cite style="font-style:italic">Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs</cite>. Ein Handbuch der Waffenkunde. Seemann, 1869, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>556, 558, 580</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Windb%C3%BCchse&rft.au=Auguste+Demmin&rft.btitle=Die+Kriegswaffen+in+ihrer+historischen+Entwickelung+von+der+Steinzeit+bis+zur+Erfindung+des+Z%C3%BCndnadelgewehrs&rft.date=1869&rft.genre=book&rft.pages=556%2C+558%2C+580&rft.pub=Seemann" style="display:none"> </span></li>
<li>Verein für Historische Waffenkunde (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Zeitschrift für historische Waffenkunde</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>3</span>. Akademische Druck- u. Verlagsanstalt, 1905.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Windb%C3%BCchse&rft.btitle=Zeitschrift+f%C3%BCr+historische+Waffenkunde&rft.date=1905&rft.genre=book&rft.pub=Akademische+Druck-+u.+Verlagsanstalt&rft.volume=3" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Windb%C3%BCchsen?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Windbüchsen</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.beemans.net/Austrian%20airguns.htm">Beschreibung mit Fotos (engl.) der Girardoni military repeating Air Rifle von 1780</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.beemans.net/images/VISIER%204%20134-142%20Lewis%20%20Clark.pdf">Bericht über die Windbüchse der Lewis und Clarke Expedition</a> (PDF; 1,0 MB)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeller.de/en/katalog/auktion-102-sep-09/auktionsartikel/windbuechse/">Windbüchse im Auktionshaus Zeller (Nr. 1009)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.fricker-historische-waffen.de/fileadmin/fricker_template/download/Firmenportrait_Fricker_4.pdf">DWJ, 4/2004 S. 104, Bild der Girardoni-Windbüchse, mit der dazugehörigen Luftpumpe</a> (PDF; 1,5 MB)</li>
<li>Curtis, W. J.: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://dingler.bbaw.de/articles/ar026090.html"><i>Windbüchse, welche von Dampf getrieben wird.</i></a> In: <i><a href="Polytechnisches_Journal" title="Polytechnisches Journal">Polytechnisches Journal</a>.</i> 26, 1827, S. 397–400.<span class="editoronly" style="display:none;"></span></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.google.de/books?id=qEcQAAAAYAAJ&pg=PA366&dq=Windb%C3%BCchse&lr=#v=onepage&q=Windb%C3%BCchse&f=false">Allgemeine Culturwissenschaft: Werkzeuge und Waffen Band 1 von Allgemeine Culturwissenschaft, Gustav Friedrich Klemm (Scanversion, voll einsehbar)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.deutschefotothek.de/obj32004646.html#%7Chome">Bild einer Militärwindbüchse in der Deutschen Fotothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Zeitschrift fuer historische Waffenkunde</i>, Band 4, Verein für historische Waffenkunde, 1906–1908, S. 153, <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://archive.org/details/ZeitschriftFuerHistorischeWaffenkunde4/page/n173/mode/1up">[1]</a> mit Verweis auf „Anzeiger für Kunde deutscher Vorzeit, Organ des <a href="Germanisches_Nationalmuseum" title="Germanisches Nationalmuseum">Germanischen Museums</a>“ <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11032479?page=10,11&q=knall">1870, Seite 14</a> </span>
</li>
<li id="cite_note-Fürst-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Fürst_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fürst_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Fürst_2-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Hermann_von_F%C3%BCrst" title="Hermann von Fürst">Hermann von Fürst</a> <i>Illustriertes Forst- und Jagd-Lexikon.</i></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-05-16" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Windb%C3%BCchse&oldid=256063741">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>
</body></html>